Stadtmarketing Regensburg Stadtmarketing Regensburg Stadtmarketing Regensburg

FameLab 2018: Wenn Quantenphysik auf Rosinenbrötchen trifft

Was hat Quantenphysik mit einem Rosinenbrötchen und eine Taschenlampe mit Krebszellen zu tun? Die Antworten lieferten die Kandidatinnen und Kandidaten bei FameLab 2018. Ein wissenschaftliches Thema in maximal drei Minuten unterhaltsam präsentieren – so lautet das Konzept des internationalen Science-Slams. Vor allem Klaus Liegener konnte überzeugen. Der 27-jährige Physiker gewann souverän den ersten Platz und wurde zugleich Publikumsliebling. Den zweiten Platz verlieh die Jury dem Chemie-Doktoranden Uladzimir Barayeu. Die beiden Sieger vertreten Bayern am 14. Mai beim nationalen Finale in Bielefeld.

Christina Schmidt, Leitende Musiktheater- und Tanzdramaturgin am Theater Regensburg und Jury-Mitglied bei FameLab 2018, brachte es auf den Punkt: „5 Themen in 15 Minuten – das war ein lehrreicher Querschnitt durch die Welt der Biologie, Chemie und Physik.“ Denn unterschiedlicher hätten die Teilnehmer und ihre Forschungsthemen nicht sein können: Aus ganz Bayern und auch aus anderen Bundesländern reisten jungen Nachwuchswissenschaftler zum Bayern-Contest in Regensburg an. Präsentiert wurde auf Deutsch oder Englisch.

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer eröffnete die Show in der Alten Mälzerei und drückte den Kandidatinnen und Kandidaten vom Publikum aus die Daumen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 2018:
Klaus Liegener faszinierte Jury und Publikum gleichermaßen mit einprägsamen Beispielen, pantomimischen Einlagen und fesselnder Rhetorik. Wie kam es zu einem Urknall und wie verhält sich unser Universum? Zur Erklärung griff er auf Theorien von Albert Einstein und Stephen Hawking zurück. Die Ausdehnung des Universums zeigte Klaus Liegener an einem Rosinenbrötchen, dessen Hefeteig sich im Backofen immer weiter ausbreitet.

Uladzimir Barayeu erklärte anhand zweier Röhren gefüllt mit Fluorescen und einer Taschenlampe, wie sich Krebszellen mithilfe von Licht erkennen lassen. Mit seiner Präsentation ergatterte er Platz Zwei.

Was ist Neurofeedback und wie kann es eingesetzt werden, um Krankheiten zu heilen? Christian Gnerlich, Student an der OTH-Weiden, lieferte als dritter Kandidat die Erklärung.

Stefan Weigl aus Regensburg sprang kurzfristig für einen guten Freund ein und überzeugte mit Spontanität. Er arbeitet bereits an einem Entwicklungsprojekt in Kenia mit. Hier werden Spirulina – schnell wachsende Bakterien – angebaut, um als „Superfood“ die Mangelernährung zu bekämpfen.

Als einzige weibliche Kandidatin traute sich Margherita d’Errico auf die Bühne. Die 23-Jährige studiert an der Universität Heidelberg. Die Epigenetik von Krebs verglich sie geschickt mit der Komplexität unterschiedlicher Sprachen.

Eine Fachjury bewertete nach Inhalt, Klarheit und Charisma
Die fünf Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten sich einer Fachjury, die die Auftritte nach den Kriterien Inhalt, Klarheit und Charisma bewertete. Neben Christina Schmidt waren Dr. Thomas Diefenthal (Geschäftsführer BioPark Regensburg), Harald Meier (Leiter Aus- und Weiterbildung Continental Automotive GmbH), Prof. Dr. Nikolaus Schmidt (Vizepräsident Universität Regensburg) sowie Prof. Dr. Ralph Schneider (Vizepräsident OTH Regensburg) in der Jury vertreten.

Auch das Publikum ging begeistert mit. Fast 300 Zuschauer lachten, jubelten und klatschten an diesem Abend in der Alten Mälzerei. Mit dem lautesten Beifall bestimmten die Zuschauer am Ende des Wettbewerbs auch den Publikumssieger: Klaus Liegener gewann ein Jahresabo der Zeitschrift „New Scientist“.

Die beiden Sieger fahren nicht nur zum nationalen Finale, sondern dürfen sich auch über tolle Preise freuen. Neben einem Geldpreis im Wert von 300 bzw. 200 Euro erhalten sie zugleich die Möglichkeit, an einem zweitägigen Kommunikationstraining in Berlin im Wert von 1.600 Euro teilzunehmen.

Zum vierten Mal organisierte das Stadtmarketing Regensburg im Auftrag der Stadt Regensburg den Bayern-Vorentscheid von FameLab. Gesponsert wurde der Abend vom BioPark Regensburg, Continental Automotive GmbH sowie vom Oberpfalz Marketing.

 

Fotos: Stefan Kiefer